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Flughäfen sind gefährlich
Es ist unsere Aufgabe, die Mädchen zu schützen!

Man nennt sie Ferienbeschneidungen und sie bedeuten für die mitreisenden Mädchen der Beginn einer lebenslangen Tortur - wenn sie die Beschneidung überleben! Dabei hatte man ihr beim Besuch der Oma oder dem Flug ins europäische Nachbarschaft so schöne Dinge versprochen.


"Gut für mein Geschäft"

Die Klinik befindet sich im Stadtteil Eastleigh in Nairobi, der auch „Klein Mogadischu“ genannt wird und hat hauptsächlich somalische Kunden aus Europa, insbesondere aus Großbritannien, Schweden und Norwegen sowie den USA.

„Die somalische Diaspora ist gut für mein Geschäft“, erklärt Hirsi, 69, der Leiter der Klinik, der ebenfalls Beschneidungen durchführt. In einem „guten“ Monat werden etwa 100 Frauen und Mädchen in die Untergrundklinik gebracht, um beschnitten zu werden. Weibliche Genitalbeschneidung ist in Kenia seit 2011 verboten.

Theoretisch können Ärzte und Vermittler also inhaftiert und mit Geldstrafen belegt werden. Die Mindeststrafe beträgt drei Jahre Haft und eine Geldstrafe von 2.000 USD. Dennoch unternehmen Mütter und Väter weite Reisen und zahlen gerne 150 USD, um ihre Töchter in Kenia beschneiden zu lassen. Es gibt keine offiziellen Statistiken über die Anzahl der Personen, die strafrechtlich verfolgt werden. Die Richter zögern möglicherweise, die Straftäter zu belangen, da diese häufig die Eltern sind, die für die Betreuung ihrer Kinder verantwortlich sind. (1)

Aktive Ansprache
Operation Limelight in USA und UK erfolgreich

Die Operation Limelight begann 2014 in Großbritannien als gemeinsame Initiative des Grenzschutzes und der Polizei. Sie sprechen Familien an, die in Länder mit einer hohen Prävalenzrate reisen. Ihr Ziel ist es, FGC zu bekämpfen. Sie wollen damit das Bewusstsein für die Strafbarkeit von FGC schärfen und dazu beitragen, die Praxis zu verhindern und schließlich möglichst zu beenden.

Im Jahr 2016 startete der Homeland Security Investigations (HSI) die Operation Limelight USA, basierend auf dem britischen Modell, auf Flughäfen im ganzen Land. HSI-Agenten sprechen Passagiere an, die Ländern mit hohem Risiko bereisen, bieten Informationsbroschüren an und identifizieren potenzielle Opfer und Verletzer von FGC. Diese Gespräche informieren die Fluggäste über die Folgen der Beteiligung an FGC und bieten den Fluggästen Tipps, Fälle zu verhindern oder Opferhilfe zu erhalten. (2)

Neu: Start in den Niederlanden
Am Flughafen Schiphol sollen Kontrollen eingeführt werden

Ende Juni 2020 war es nun auch in den Niederlanden soweit: In der Tweede Kammer (Die 2. Kammer ist mit unserem Bundestag vergleichbar) stimmte Sozialminister Wouter Koolmees dem Aktionsplan der Abgeordneten Bente Becker (VVD) zu, am Flughafen Schiphol so Mädchen davor zu schützen, unter falschem Vorwand in ihr Heimatland "geschmuggelt" zu werden, um sie dort heimlich beschneiden zu lassen.

Der Aktionsplan von Bente Becker sieht vor, dass Hochrisikoflüge in Länder wie Somalia oder Äthiopien künftig zusätzlichen Kontrollen durch
speziell ausgebildete Sicherheitsdienste unterzogen werden. Den Reisenden sollen Flyer mit Tipps ausgehändigt werden, wie sie sich bei einem Verdacht verhalten können.

Noch bevor das Flugzeug abhebt, sollen entsprechende Maßnahmen möglich sein. Wenn der Grenzdienst (Koninklijke Marechaussee) den Hinweis erhält, dass ein Mädchen in Gefahr ist, verständigt Schiphol laut einem Sprecher des Ministers sofort
Veilig Thuisoder„Kinderbescherming, die eine vorläufige Vormundschaftsmaßnahme erlassen können. "Auf diese Weise kann Reisen die Ausreise verhindert werden."Bente Becker freute sich, dass ihr Aktionsplan umgesetzt wird. „Aber ich habe auch gehört, dass es zu diesen Sommerferien noch nicht funktionieren wird. Eine verpasste Gelegenheit “, sagte die Abgeordnete. (3)


Initiative für Start in Deutschland
Auch hier sollten die Mädchen vor Ferienbeschneidungen geschützt werden!

Vielleicht gibt es hier auch Abgeordnete, die sich dieses Themas annehmen. Uns ist bewusst, dass dies sehr gut vorbereitet werden muss, dass die Beamt*innen des Bundesgrenzschutzes dafür eine intensive Ausbildung erhalten müssen und entsprechende Instruktionen, damit es nicht zu Lasten der betroffenen familien ausgeht.

Wir glauben aber, dass allein die Information, dass von Seiten des Staates das Verbot von FGC durchgesetzt wird, wichtig für die Familien ist, auch um sich in ihrem Heimatland vor den Familienzwängen zu schützen.

Auf dem Bildungsportal KUTAIRI finden Sie fortlaufende Informationen zu dem Thema.

Wir sind gespannt auf Ihre Meinung



Bundesweiter Schutzbrief

Es wird uns immer wieder berichtet, dass Familien, die die Beschneidung ihrer Töchter ablehnen, in ihren Heimatländern einem großen Druck ausgesetzt sind und oft die Beschneidung hinter ihrem Rücken durchgeführt wird.

Es ist daher eine gute Idee, diesen Familien einen "amtlichen" Schutzbrief mitzugeben, der deutlich macht, dass die Beschneidung, auch wenn sie im Ausland stattfindet, strafbar ist.

Ausgehend vom Hamburger Schutzbrief rufen wir dazu auf, einen bundesweiten Schutzbrief zu initiieren.


Verbotsplakat

In diesem Zusammenhang möchten wir auch unser "Verbotsplakat" verweisen, dass in 6 Sprachen deutlich macht, dass weibliche Genitalbeschneidung in Deutschland verboten ist. Das Plakat kann bei uns kostenlos bestellt werden.
Online-Shop

Länderinformationen

Indien
Film: " A Pinch of Skin"

von Priya Goswami, 2012, Indien, 26,39 Minuten, Sprachen: Hindi, Englisch (mit englischen Untertiteln)

Ihre Mutter sagt, dass sie zu einem Geburtstag eingeladen ist. Das aufgeregte kleine Mädchen zieht ihr Lieblingskleid an und kämmt ihre Haare.

Aber es gibt keine Luftballons und keinen Kuchen in dem schmutzigen Raum, in den sie gebracht wird. Sie wird aufgefordert, sich auszuziehen. Ihre Schreie enden in schmerzhaftem Weinen, als eine Beschneiderin das Messer ansetzt.

Der Dokumentarfilm A Pinch of Skin, ist ein Versuch, die Stille dieser erstickten Erinnerung zu beenden und bringt Stimmen von Frauen zusammen, die diese Praxis erlitten haben. Tatsache ist, dass FGC auch in Indien von der Dawoodi Bohra-Gemeinschaft praktiziert wird. Weiterlesen

Kurz notiert:

  • Nigeria: Christliche und muslimische Führer gegen FGC in Omo aktiv Mehr
  • Kenia: Politik entsetzt über Anstieg in West Pokot. Mehr
  • Äthiopien: Internationale Studie zum Degadamot-Distrikt. Mehr
  • Auszeichnung: Nelsen-Mandela-Preis für Dr. Morissanda Kouyaté. Mehr

Bildungsoffensive

Wissen hilft

Wir wollen mit einer Bildungsoffensive dazu beitragen, dass mehr Menschen über weibliche Genitalbeschneidung Bescheid wissen.

Nur so können wir die Beschneidung weiterer Mädchen verhindern und den betroffenen Frauen helfen.



09.09.2020 - "Weibliche Genitalbeschneidung inkl. pädiatische Aspekte"
mit Christiane Thiele, Kinderärztin

14.09.2020 - "FGM/C in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit"
mit Stefanie Gilles und Darya Otto, Lobby für Mädchen

22.09.2020 - "FGM/C in Somalia"
mit Jawahir Cumar, stop mutilation e.V.

24.09.2020 - "Was kann ich ganz praktisch tun?"
mit Günter Haverkamp, Bildungsportal KUTAIRI

13.10.2020 - "Finanzierung von Kleinprojekten"
mit Andreas Hennig, Engagement Global

16.10.2020 - "Tätigkeitsfeld einer Hebamme bzw. einer Familienhebamme"
Mit Jennifer Jaque-Rodney, Leben Lernen Wandel

 

MITTWOCH-Talk
Premiere: Erstmals im Fernsehformat.
Bestimmen Sie den Inhalt mit, werden Sie Stichwortgeber*in und stellen Sie Ihr Thema in der Sendung vor. Das wird spannend!
Am 13.10.2020 mit Jawahir Cumar und Günter Haverkamp

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